Unsere Geschichte · Aus der Chronik von 1994

Was uns prägt.
Was uns verbindet.

Tradition lebt in den Menschen, die sie weitertragen. In ihren Begegnungen, ihrer Arbeit für die Gemeinschaft und den Geschichten, die sie miteinander teilen.

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König, Vorstand und Magistrat beim Ausmarsch 1951Neustadt, 1951 · König, Vorstand und Magistrat beim Ausmarsch
Chronik S. 90 · Originalaufnahme

Tradition verstehen

Geschichte, die
heute weiterlebt.

Hinter Fahnen, Schützenhut und Königsvogel stehen Menschen und ihre Zeit. Unsere Chronik erzählt von Neustadt, von Festen und von dem Willen, gemeinsam etwas zu schaffen.

Diese Auswahl macht einzelne Geschichten zugänglich. Kurze Rückblicke treffen auf das, was uns heute als Gilde beschäftigt. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die vollständige Überlieferung in unserer Chronik.

01 · Gildegedanke

Bevor es Versicherungen gab, gab es Zusammenhalt.

Die Chronik beschreibt Gilden als freiwillige Gemeinschaften, deren Mitglieder sich bei Krankheit, Tod, Feuer und anderen Notlagen gegenseitig beistanden. Geselligkeit gehörte ebenso dazu wie Verantwortung füreinander.

Die Verbindung zu heuteGemeinschaft entsteht dort, wo Menschen füreinander da sind, mit anpacken und Zeit miteinander teilen. Diesen Gedanken möchten wir im heutigen Gildeleben sichtbar machen.

Quelle: Chronik 1994, gedruckte S. 18–20 · PDF-Seite 20–22. Redaktionell zusammengefasst.

02 · Vogelschießen

Ein Fest der Bürgerschaft.

1633 wird der Neustädter Papagoien in einer erhaltenen Nachricht erwähnt: Der frühere König Michel Schütte soll den silbernen Königsvogel zurückbringen. Am 8. Mai 1665 wünschte die versammelte Bürgerschaft die Wiederaufnahme des Vogelschießens.

Ein Brauch bringt Menschen zusammenKönigswürde, gemeinsames Feiern und die Verbundenheit mit Neustadt gehören zu dieser Geschichte. Auf unserer Vogelschießenseite begegnen sich historische Überlieferung und das heutige Fest.Zum Vogelschießen →

Quelle: Chronik 1994, gedruckte S. 25–26 · PDF-Seite 27–28. Redaktionell zusammengefasst.

Herzog und Goldener Apfel

Ein Gildebuch. Ein Willkommen. Eine lebendige Tradition.

1733 ordnete Herzog Karl Friedrich die Neustädter Schießgilde neu und wurde selbst Schützenkönig. Das Gildebuch und der Goldene Apfel erzählen von Regeln, höfischem Glanz und der Aufnahme neuer Gildebrüder.

Geschichte zum EntdeckenWie ein herzogliches Gildebuch und ein kostbarer Willkommensbecher bis heute auf unsere Gemeinschaft verweisen.
Herzog und Goldenen Apfel entdecken →

03 · Unser Ort

Der Schützenhof.
Ein Zuhause für das Gildeleben.

Ein Platz zum Feiern, zum Schießen und zum Zusammenkommen: Die Geschichte unseres Geländes verbindet den Schützenplatz des 19. Jahrhunderts mit dem späteren Schützenhof.

1871 erwarb die Gilde das Gelände zwischen Galgenberg und Poppenberg. Der zunächst angebotene Ersatzplatz am Hafen war für einen sicheren Schießbetrieb ungeeignet. Auf dem eigenen Grundstück entstand 1889 eine Schützenhalle; der Bauplan beschreibt sie mit 17 Metern Länge und 8 Metern Breite. Ihre Vorderseite blieb während der Nutzung offen.

Quelle: Chronik 1994, gedruckte S. 70–71 · PDF-Seiten 72–73. Redaktionell zusammengefasst.

Bauplan der Schützenhalle von 1889
Die erste Schützenhalle im Bauplan von 1889 · Chronik S. 70

Vom Schützenplatz zum Schützenhof

Gemeinsam gebaut.
Über Generationen belebt.

Nach den Beschlüssen von Stadt und Gilde begann 1963 ein neues Kapitel. Am 29. März setzte Ältermann Max Hoff den ersten Spatenstich. Das neue massive Gebäude umfasste unter anderem Gaststätten- und Aufenthaltsräume, eine Wohnung sowie Wasch-, Umkleide- und Toilettenräume. Es schloss an die bestehende Schützenhalle an.

Zum Vogelschießen 1964 war der Schützenhof fertiggestellt. Harry Döring wurde der erste Gildewirt; die Gaststätte öffnete nun ganzjährig. Die Finanzierung war eine Gemeinschaftsleistung: Neben einem städtischen Darlehen brachten Gildebrüder 25.000 DM über sogenannte „Bausteine“ zu je 100 DM auf.

Die Anlage entwickelte sich weiter: 1965 wurde die Vogelstange für einen größeren und sichereren Vorplatz versetzt. Im Zusammenhang mit dem Bau der Gogenkroghalle entstand 1976 eine neue Küche; 1977 war auch der Gilderaum fertig. Eine neue Theke kam hinzu.

Am 1. Juli 1987 übernahmen Friedrich Borchert und seine Frau Heidi die Pacht. Die historischen Anzeigen erinnern an den Schützenhof als Café und Restaurant, an Musik, Geselligkeit und Familienfeiern.

Quelle: Chronik 1994, gedruckte S. 95–96 · PDF-Seiten 97–98. Angaben zu den Anzeigen nach den hier gezeigten Vorlagen.

Der Schützenhof vor 1975 · Blick über die Wiese
Der Schützenhof vor 1975 · Blick über die Wiese
Schützenhof und Gogenkrog vor 1969
Schützenhof und Gogenkrog vor 1969
Der Schützenhof vor 1969 · Außenansicht
Der Schützenhof vor 1969 · Außenansicht
Ein Blick in die Gaststube vor 1969
Ein Blick in die Gaststube vor 1969

Erinnerungen an die Gastlichkeit

„Und sonntags in den Schützenhof“

Alte Anzeigen erzählen auf ihre eigene Weise vom Leben im Haus. Sie ergänzen die Außenaufnahmen um die Menschen und Angebote, die den Schützenhof prägten.

Historische Anzeige · Café–Restaurant Schützenhof, Friedrich Borchert
Historische Anzeige · Café–Restaurant Schützenhof, Friedrich Borchert
Anzeige von 1993 · Fiete und Heidi Borchert
Anzeige von 1993 · Fiete und Heidi Borchert

Historische Bilder und Anzeigen aus dem Gildearchiv · Zeitliche Einordnung nach den übermittelten Bildbeschriftungen. Bilder anklicken, um sie in voller Größe zu öffnen.

Unser Ort – gestern und heuteWas frühere Generationen aufgebaut und erweitert haben, bleibt Teil unserer Verantwortung: ein gemeinsamer Ort für Begegnungen, Brauchtum und Schießsport.
In der vollständigen Chronik weiterlesen →

04 · Menschen & Erinnerungen

1951: Die Gilde kommt wieder zusammen.

Nach ersten Treffen 1949 und der Gründung der „Neustädter Alten Gilde“ 1950 folgte 1951 der Neuanfang als Neustädter Schützengilde. Am 5. Juli wurde wieder nach alter Weise auf den Vogel geschossen. Vor dem Rathaus erhielt die Gilde ihr Brauchtumsgut zurück.

Verbunden über Ortsgrenzen hinwegBenachbarte Gilden halfen für den Neustart mit Vogelbüchsen aus. Die Chronik nennt Oldenburg, Grömitz, Grube und Heiligenhafen. Eine Geschichte darüber, was gegenseitige Unterstützung möglich macht.Unseren Silberschatz entdecken →

Quelle: Chronik 1994, gedruckte S. 89–91 · PDF-Seite 91–93. Redaktionell zusammengefasst.

Übergabe des Silberschatzes, 1951 · Chronik S. 89
Übergabe des Silberschatzes, 1951 · Chronik S. 89

05 · Ehrenamt

Aus eigener Kraft.

1954 stellte Max Hoff sein Modell für den Schießstand vor. In den folgenden Jahren spendeten 70 Schützenbrüder jeweils 100 Mark für den Ausbau. Die Chronik zeigt dazu eine Planierraupe bei den Erdarbeiten.

Ehrenamt hat viele GesichterSpenden, handwerkliches Können und gemeinsame Arbeit machten die Anlage möglich. Auch heute lebt die Gilde davon, dass Mitglieder Verantwortung übernehmen und ihre Fähigkeiten einbringen.

Quelle: Chronik 1994, gedruckte S. 91 · PDF-Seite 93. Redaktionell zusammengefasst.

Ausbau des Scheibenstandes, 1954 · Chronik S. 91
Ausbau des Scheibenstandes, 1954 · Chronik S. 91

06 · Gemeinsam weiter

Tradition und Sportschießen wachsen zusammen.

Am 1. Oktober 1954 gründeten 15 Interessierte den Sportschützenverein. Die Schützengilde unterstützte den Anfang und lieh zwei Luftgewehre aus. Später wurden Anlagen gemeinsam genutzt und weiterentwickelt. Ein Foto hält den Vertragsabschluss vom 23. März 1982 fest.

Zwei Geschichten, ein gemeinsamer OrtTraditionsgilde und Sportschützen haben eigene Profile und eine lange Verbindung. Der geschichtliche Rückblick führt deshalb direkt zu unserem heutigen Schießsportangebot.Zu den Sportschützen →

Quelle: Chronik 1994, gedruckte S. 123 · PDF-Seite 125. Redaktionell zusammengefasst.

Vertragsabschluss von Schützengilde und Sportschützenverein, 23. März 1982 · Chronik S. 123
Vertragsabschluss von Schützengilde und Sportschützenverein, 23. März 1982 · Chronik S. 123

Ausgewählte Wegmarken

Keine gerade Linie.
Eine bewegte Geschichte.

Die Chronik erzählt auch von Unterbrechungen und Neuanfängen. Diese Auswahl zeigt einzelne Stationen; sie ist keine vollständige Vereinsgeschichte.

1244

Neustadt entsteht

Die Jahreszahl im Gildenamen erinnert an die Stadtgründung. Sie ist kein Beleg für ein lückenlos dokumentiertes Bestehen der heutigen Schützengilde seit 1244.

Chronik S. 5–10
1633

Der Papagoien ist belegt

Die älteste in der Chronik genannte erhaltene Nachricht zum Neustädter Vogelschießen.

Chronik S. 25
1665

Die Bürgerschaft will wieder feiern

Auf dem Rathaus wird die Wiederaufnahme des Vogelschießens gewünscht.

Chronik S. 26
1871

Der Schützenplatz zieht um

Erwerb des Geländes zwischen Galgenberg und Poppenberg.

Chronik S. 70
1929

Grün wird zum Erkennungszeichen

Die grüne Tracht wird eingeführt; zuvor trug man Zylinder und Gehrock.

Chronik S. 91
1949–1951

Neuanfang nach dem Krieg

Erneute Zusammenkünfte, Vereinsgründung und Wiederaufnahme des Vogelschießens.

Chronik S. 89–91
1964

Ein Gedanke wird festgehalten

Die Satzung verbindet Traditionspflege, Bürgersinn, Schützenbrauchtum und Schießsport.

Chronik S. 91

Damals & heute

Menschen machen Tradition.

Ausmarsch 1951
1951 · Ein gemeinsamer Aufbruch. Chronik S. 90.
Klaus Fenske mit seiner Partnerin Heidi, Gildekönig 2026
2026 · Gildekönig Klaus Fenske mit seiner Partnerin Heidi.

Wussten Sie schon?

Grün seit 1929.

Vor der Einführung der grünen Tracht trug man Zylinder und Gehrock. Auch ein vertrautes Erscheinungsbild hat also seine eigene Geschichte.

Chronik S. 91

Generationen

Ein Fest für die Jugend.

1828 wurde das Neustädter Kindervogelschießen wieder ins Leben gerufen. An dem damaligen Fest nahmen 45 Jungen teil. Die Geschichte des Kinderfestes ist eine eigene Entdeckungsreise wert.

Chronik S. 116

Unser Selbstverständnis

Bürgersinn wachhalten.

Die Satzungsfassung von 1964 nennt Traditionspflege, Bürgersinn, Schützenbrauchtum und die Förderung des Schießsports. Ein historischer Gedanke mit Verbindung zur Gegenwart.

Chronik S. 91 · Historische Satzungsfassung